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Zeitungsberichte

Museumsscheune und Interview mit Herrn Bölke, MAZ 14. August 2017

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Märkische Allgemeine Zeitung, Ostern 2016

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Märkische Allgemeine Zeitung, 31.12.2015

05_MAZ 31.12.2015

Märkische Allgemeine Zeitung, 24.08.2015

07_MAZ vom 24.  August 2015 Auszeichnung

Heimzeitung Seniorenstift Elsthal November/Dezember 2014

Interview Joachim Zedow 2

Interwiew Joachim Zedow 1

 

Märkische Allgemeine Zeitung vom 21.10.2014

 

 
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Märkische Allgemeine Zeitung vom 20.10.2011 - DONNERSTAGSGESPRÄCH: Die Vollzeit-Jänickendorfer

Gisela und Manfred Bölke betreiben die Museumsscheune und führen die Ortschronik
Wenn sie jemand darum bäte, würden die Bölkes die Museumsscheune in Jänickendorf auch mitten in der Nacht aufschließen. Über Dreschflegel, Küchentücher und das Internet sprachen sie mit Angelika Pentsi.

MAZ: Stellen Sie sich manchmal vor, wie es wäre, Wäsche noch auf dem Waschbrett zu waschen?
Gisela Bölke: Na ja, ich denke manchmal, dass wir - wenn es einen Stromausfall gebe - ganz gut überleben könnten mit dem, was wir hier haben.

Sie könnten Ihre Wäsche sogar auf fünf verschiedene Arten waschen.
Manfred Bölke: Ja, die Geschichte der Waschmaschine geht hier durch wie eine rote Linie. Wir haben sogar eine handbetriebene Waschmaschine aus Holz, die nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie die elektrischen Waschmaschinen heute.

Mal abgesehen von einem möglichen Stromausfall - warum gibt es diese Museumsscheune?
Gisela Bölke: Ich selbst stamme ja aus der Großstadt, aus Leipzig, und bin vor 47 Jahren herkommen. Damals war in Leipzig alles viel moderner als hier. Da wohnte ich in einer Wohnung mit Bad und Wassertoilette, hier musste ich bei Wind und Wetter über den Hof. Ich erinnere mich auch noch, wie ich das erste Mal einen Bullen tränken sollte und dann sein Kopf im Eimer stecken blieb. Ich bin dann einfach rausgerannt. Eigentlich hatte ich mit dem Landleben gar nichts im Sinn. Trotzdem haben mich diese bäuerlichen Kleingeräte von Anfang an fasziniert.
Manfred Bölke: Ich habe mit fast allen Geräten, die es hier gibt, noch selbst gearbeitet. Ich habe mit dem Dreschflegel gedroschen und mit der Axt Bäume umgemacht. Mein bestes Gerät war die Sackkarre. Da brauchte man keine zweite Person, um etwas zu transportieren. Das war nach 1945 wichtig, als ich allein mit der Mutter auf dem Hof war. Jede Maschine hatte zu ihrer Zeit ihre Bedeutung und einige eine herausragende.

Wann kam Ihnen der Gedanke, dass Sie die Geräte sammeln und ausstellen sollten?
Manfred Bölke: Ich dachte das schon während meiner LPG-Zeit immer. Nach der Wende dachte ich: Wenn wir's jetzt nicht machen, brauchen wir's nie mehr zu machen, damals wurde ja alles weggeschmissen. Also habe ich von Unternehmen und der Gemeinde Geld gesammelt und für den Heimat- und Geschichtsverein Nuthe-Urstromtal, in dem wir beide Mitglieder sind, die Scheune gekauft.
Gisela Bölke: Ich musste den Kaufvertrag mit unterschreiben, und erst danach hat er mir gezeigt, wie es hier drinnen aussah.
Manfred Bölke: (lacht) Das kann man sich nicht vorstellen. Unten haben wir sechs Traktorenladungen Schrott rausgefahren. Alles war voll mit Mäuse- und Katzenkacke, das stank wie verrückt. Es hat zwei Jahre gedauert, die Scheune herzurichten. In der Zeit haben wir schon Material gesammelt. Vieles kam von mir zu Hause, vieles haben uns auch die Leute gebracht.

Seit der Eröffnung 2005 sind zahlreiche Stücke dazugekommen. Welche haben Sie besonders gerne?
Manfred Bölke: Mein Lieblingsstück derzeit ist ein Spaten, der seit dem zehnten Jahrhundert in Gebrauch ist. Stiel und Blatt waren damals aus Holz und nur die Schneide mit Metall bewehrt, weil es damals an Eisen mangelte. Ein Schulfreund hat ihn für uns von einem Trödelmarkt gekauft.
Gisela Bölke: Ich hänge besonders an den zwei Küchentüchern, die der Australier Walter Purnell zum Ende des Zweiten Weltkriegs von einem Gehöft in der Region mitgenommen hatte. Er war gerade aus dem Strafgefangenenlager Stalag befreit worden und brauchte etwas zum Zudecken. Dass er die Tücher "gestohlen" hatte, verfolgte ihn sein ganzes Leben. Nach seinem Tod kamen sie über die Nichte einer Nachbarin Purnells, die hierher geheiratet hatte, ins Museum. Jetzt stehen wir in Kontakt zu seinem Sohn Douglas Purnell, der übrigens ehemaliger weit bekannter Pfarrer, Minister für Kirchenfragen und einer der berühmtesten Künstler Australiens ist. Er will im Juni 2012 nach Jänickendorf kommen.

Sie betreiben nicht nur die Museumsscheune, sondern kümmern sich auch um die Ortschronik für Jänickendorf.
Manfred Bölke: Ich habe 1984 festgestellt, dass die Chronik seit 20 Jahren nicht mehr fortgeschrieben worden ist. Da habe ich meine Frau gefragt, ob sie . . .
Gisela Bölke: (lacht) Ach, was, gefragt! Du hast mich verurteilt!
Manfred Bölke: Ich habe gesagt, du brauchst bloß schreiben, und ich besorge dir die Informationen. Nach und nach hast du dann selbst Interesse daran bekommen.

Dabei sind Sie nicht mal Jänickendorferin.
Gisela Bölke: Ja, aber das ist ja oft so, dass das Zugezogene machen, weil die sich mit der Geschichte des Ortes identifizieren wollen. Es lag bei mir sicher auch am Beruf. Als Lehrerin habe ich ja immer viel geschrieben.

Woher bekommen Sie Informationen über den Ort und über ihre Museumsstücke?
Gisela Bölke: Mein Mann recherchiert viel in Archiven. Manches erzählen uns auch die Senioren, die sich hier einmal im Monat treffen. Wir sind ja nicht nur ein Museum, sondern auch Begegnungsstätte. Einiges erfahren wir auch aus dem Internet.

Das Internet ist doch mindestens so nützlich wie die Waschmaschine, oder?
Gisela Bölke: Ja, aber es kann auch Arbeit machen. Wir bekommen viele Anfragen über E-Mail, zum Beispiel von Angehörigen gefallener russischer Soldaten, die wissen wollen, wo das Kriegsgrab ist. Natürlich helfen wir da gerne, aber das macht richtig Arbeit.

Sie sind also Rentner mit einem Vollzeit-Job.
Manfred Bölke: (mit ernster Miene) Das Museum hat 24 Stunden geöffnet. Wenn abgeschlossen ist, muss man bei uns klingeln oder anrufen. Wir wohnen ja gleich um die Ecke.

Inzwischen müssen Sie Jänickendorf doch in- und auswendig kennen. Hand aufs Herz, Herr Bölke, wollten Sie nie weg von hier?
Manfred Bölke: Ich bin hier geboren, ich bin hier aufgewachsen, ich habe hier gelernt, ich habe hier gearbeitet und ich werde hier sterben
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