Vorträge in der Museums-Scheune

Vortrag zur ehemaligen Kleinbahn am 24.06.26: Einst in 4 Richtungen – der ehemalige Eisenbahnknotenpunkt der Kleinbahn Luckenwalde-Dahme (1900 – 1963)

Jänickendorf 1893 Bau der KME mit Gleisen der Kleinbahn hinten

Seit 2008 findet einmal im Jahr ein Vortrag über regionale Verkehrsgeschichte in der Museums-Scheune/Jänickendorf des Heimat- u. Geschichtsvereins Nuthe-Urstromtal statt. Referent ist seitdem W.-D. Machel aus Berlin, der sich sein Leben lang privat und auch beruflich mit der Bahngeschichte befasst – also ein Experte auf diesem Gebiet.

Am 24. Juni 2026 lautete das Thema dazu

 „Einst in 4 Richtungen – der ehemalige Eisenbahnknotenpunkt der Kleinbahn Luckenwalde-Dahme (1900 – 1963)“

Am 14. Mai 1897 beschloss der Kreistag Jüterbog/Luckenwalde den Bau einer Kleinbahn mit einer Spurbreite von 750 mm.

Mit dem Bau der drei insgesamt 80,3 km langen Strecken Dahme- Hohenseefeld-Jüterbog, Hohenseefeld-Luckenwalde  und Dahme-Görsdorf wurde am 26. April 1899 begonnen. Schon am 20. Dezember 1900 waren sie fertig gestellt.

Am 26. Februar 1889 regte das Kriegsministerium die Verlängerung der Militäreisenbahn von Schöneberg über Zossen zum Schießplatz Kummersdorfer Forst nach Jüterbog an. Für den Bau war in erster Linie die militärische Nutzung von Bedeutung. Nach dem Erlass vom 7. Februar 1894 wurde das Recht auf Enteignung der in Frage kommenden Grundstücke ausgesprochen, die erforderlichen Mittel bereitgestellt und mit dem Bau begonnen.

Am 1 .Februar 1896 konnte der Eisenbahnabschnitt Kummersdorf Schießplatz/ Jänickendorf in Betrieb genommen werden.

1899 wurde die Jüterbog – Luckenwalder- Kreiskleinbahn an die Militäreisenbahn angeschlossen. Diese Kreisbahn verband die Städte Jüterbog, Dahme und Luckenwalde miteinander und kreuzte die Militärbahn nördlich Jänickendorf auf einer eiserenen Brücke. Für den Übergang von Gütern wurden auf dem Bahnhof Jänickendorf Übergabegleise mit den erforderlichen Überladerampen angelegt.

Und damit war Jänickendorf ein Eisenbahnknotenpunkt in vier verschiedene Richtungen

Am 25. Mai 1963 wurde der gesamte Verkehr der Kleinbahn wegen Unrentabilität eingestellt.

Am 31. Mai 1996 um 13.04 Uhr, 100 Jahre nach ihrer „Jungfernfahrt“, hielt aus gleichen Gründen letztmalig eine Eisenbahn in Jänickendorf.

Ab Juli 2003 fand auf den historischen Gleisen der Königlichen Militäreisenbahn (KME) von Jüterbog nach Jänickendorf sowie von Mellensee nach Jänickendorf handbetriebener Draisinen-Verkehr statt und einige Bahnhöfe wurden seitdem als Gaststätte genutzt.

Doch auch das gehört inzwischen, jedenfalls für die Station Jänickendorf, der Vergangenheit an.

Vortrag W.-D. Machel am 24.6.26

Diese Geschichte schilderte W.-D. Machel in seinem Vortrag am 24. Juni, unterstützt von zahlreichem historischen Fotoaufnahmen. Da die Nachfrage dazu so überwältigend war, wir vielen Interessierten eine Absage wegen der ausgebuchten Plätze geben mussten, wird der Vortrag am 31. Juli 2026 um 17.00 Uhr nochmals am gleichen Ort angeboten. Auch hier besteht leider wieder ein begrenztes Platzangebot (03371/614479).

Besonders Herrn Machel ein großes Dankeschön dafür, indem er weder seine Fahrtkosten von Berlin nach hier, noch eine finanzielle Entschädigung in Rechnung stellt, die Besucherspenden dem Erhalt der Museums-Scheune voll zu Gute kommen.

Übrigens: Auf meine Frage an die Besucher nach deren „Verbindung“ zur ehemaligen Kleinbahn erhielt ich folgende Antworten

Noch selbst damit gefahren?                5 Personen

Nur vom Sehen kennengelernt?            2 Personen

Nur vom Hörensagen/Bildern?            24 Personen

Umso erfreulicher das Interesse an der Geschichte der Bahnen bzw. der Jänickendorfer Ortsgeschichte.

G.Bölke

Ortschronistin/Jänickendorf

weitere Artikel zu Vorträgen finden Sie hier

https://www.jaenickendorf.de/museum_neu/vortrage_u_a_.html