Berichte aus dem Museum
Brotbacken am 3.10.2026
Großes Interesse am Tag des Denkmals (September 2026)
Der Tag des offenen Denkmals gilt offiziell als Deutschlands größtes Kulturevent für die Denkmalpflege. In Brandenburg wird der Aktionstag jährlich von Hunderten geöffneten historischen Stätten, Vereinen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz getragen. Er findet immer am zweiten Sonntag im September statt.
In Jänickendorf waren dazu der einstige Großbahnhof, der ehemalige Speicher – heute Museums-Scheune des Heimat- u. Geschichtsvereins Nuthe-Urstromtal e.V. , kleine Privatmuseum zur Geschichte der Melktechnik am Gottower Weg sowie die „Gartenbahn/Jänickendorf“ ganztags geöffnet. Und das Interesse war groß. Schon vor 10 Uhr fanden sich die ersten Besucher aus Dahme an der Museums-Scheune ein. Ihnen folgten in regelmäßigen Abständen bis Öffnungsschluss um 17 Uhr immer wieder Einzelpersonen oder Besuchergruppen.

Diesmal stand die 130 Jahre alte Geschichte des einstigen Speichers in Wort und Bild als Chronik des ehemaligen Speichers – heute eine Museums-Scheune im Vordergrund unserer Führung. Das Gebäude wurde um 1920 als Futtermittelspeicher von dem ehemaligen Kolonialwarenhändler Klatt, dessen Geschäft sich direkt nebenan befand (heute das Haus Alte Hauptstr. 13), errichtet. Integriert wurde im Obergeschoss eine Schrotmühle zum Schroten von Getreide der Bauern. Dazu war über dem Tor eine Luke angebracht, durch diese elektrisch die Getreidesäcke hochgezogen wurden, um nach dem Schroten auf gleiche Weise wieder auf die Pferdewagen der Bauern verladen zu werden. Zuvor befand sich auf dem Gelände nur ein Schuppen, in dem bäuerliches Kleingerät verkauft wurde. Dieser Laden wurde nach dem Bau des Speichers auch weiterhin betrieben. So, geschah beispielsweise zur Zeit der Inflation, dass der Bauer Wernitz ein Pferd verkaufte, wofür er mehrere Millionen Reichsmark erhielt. Zwei Tage später bekam er für diese Unmenge Geld gerade mal noch einen Melkeimer bei Klatts zu kaufen.
Zu Ende des 2. Weltkrieges diente das Gebäude als Lazarett für verwundete deutsche Soldaten. Beim Einmarsch der Roten Armee am 21./22.April 1945 wurde Jänickendorf mit zwei Stalinorgeln beschossen, wodurch das Gebäude in Brand geriet. Viele der hier untergebrachten Soldaten verbrannten an lebendigem Leib, andere konnten, zum Teil schon brennend, den Speicher noch verlassen. Der Speicher mit Laden wurde durch die Familie Klatt, später Loos, bis zu ihrer Flucht nach Westdeutschland weiter betrieben. Das Wohngrundstück mit Speicher und Baracke erwarb Kaufmann Kurt Schulze.
Um den durch die Bodenreform vergrößerten Wirtschaften wirksam zu helfen, wurde im Juli 1946 die „Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“ (VdgB) geschaffen. Der ehemalige Raiffeisen-Verein, der bis zum Ende des 2. Weltkrieges die Bauern betreute, wurde auf Grund eines SMA Befehls wieder als „Landwirtschaftliche Dorfgenossenschaft“ ins Leben gerufen und 1950 mit der VdgB verschmolzen. Zur Besserung der Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe mit Düngemitteln, Saatgetreide und anderen Bedarfsartikeln entstand 1951 im Rahmen der VdgB die „Bäuerliche Handelsgenossenschaft“ (BHG.) Leiter wurde der Kaufmann Kurt Schulze, der den Speicher mit Schuppen an die BHG verkaufte. Der durch die Kriegseinwirkung zum Teil zerstörte Speicher wurde wieder aufgebaut, ein großer Schuppen für Düngemittel am Bahnhof errichtet und 1954 eine neue Bürobaracke neben dem Speicher gebaut.
Bis ca. 1980 wurde ein Teil der Getreideerträge der umliegenden Dörfer wie Gottow, Schönefeld, Stülpe, Holbeck und Kolzenburg in diesem Speicher geschrotet und Saatgut gereinigt. Das geschah wie bisher in der oberen Etage, wo auch weiterhin Futtermittel gelagert wurden. Der untere Bereich diente als Düngemittellager.
Nach den Bau neuer BHG-Gebäude 1984 in der Bahnhofstraße wurden Speicher und Büroschuppen nur noch zum Lagern und „Ablegen“ nicht mehr benötigter Geräte und alter Akten genutzt und waren somit immer mehr dem Verfall Preis gegeben.
Im Juni 2003 kaufte der 1996 gegründete Heimat- und Geschichtsverein Nuthe-Urstromtal e.V. dieses Areal samt Gebäuden und begann im Oktober gleichen Jahres unter der Führung von Manfred Bölke mit der denkmalgerechten Rekonstruktion und dem Aufbau der Museums-Scheune/Jänickendorf. Diese konnte nach nur knapp zweijähriger Bauzeit am 27. August 2005 – mit immer noch funktionsfähiger Schrotmühle im Obergeschoss – eröffnet werden.
Natürlich wollten die Besucher nicht gehen, ohne die unzähligen Ausstellungsgegenstände zu sehen und auch etwas zu deren Geschichten zu hören.
Danken möchten wir der Gemeinde Nuthe-Urstromtal sowie dem „blickpunkt-brandenburg/ am Wochenende“ für die zuverlässige Bekanntgabe unsere Veranstaltungstermine; aber auch den Vereinsmitgliedern, die ihre freie Zeit geopfert haben, um an diesem Sonntag als Museumsführer tätig zu sein.
Im Namen des Vorstandes
G. Bölke (September 2026)
Osterbacken (April 2026)
Andrang am Backofen und zum Besuch der Museums-Scheune/Jänickendorf am Karfreitag war überwältigend (April 2024)
Mit so einer großen Besucheranzahl hatte keiner von uns gerechnet. Wie nun schon seit 19 Jahren führt der Heimat- u. Geschichtsverein Nuthe- Urstromtal e.V. viermal im Jahr einen Backtag an der Museums- Scheune/Jänickendorf durch. Im Angebot sind stets zwei Sorten Brot (zuletzt Bauernmischbrot und Dinkelbrot) sowie eine große Auswahl an Kuchen. Um überhaupt die „Kundschaft“ davon in Kenntnis zu setzen, sind wir auf die Unterstützung der Presse angewiesen, denn nicht jeder hat Zugang zum Internet. Besonders die Bekanntgabe der Termine in der Zeitung lockt die Besucher nach Jänickendorf an den alten Lehmbackofen.
Deshalb ist unser Verein
- der Gemeinde Nuthe-Urstromtal (Nuthe-Urstromtaler Nachrichten)
- dem Blickpunkt
- der Märkischen Allgemeinen Zeitung
sehr, sehr dankbar für die zuverlässige und zeitnahe Terminbekanntgabe. Durch diese Hilfe waren die beiden letzten Backtage so gut besucht, wie lange nicht mehr. Ganz gleich, ob beim Brot- und Kuchenverkauf oder einer Besichtigung der Museums-Scheune unseres Vereins – mehr als 100 Besucher konnten begrüßt werden.
Sorgen bereitet uns dabei aber das begrenze Angebot der Backwaren und Grillwürste. Ratsam ist es, hier die Möglichkeit der angebotenen Vorbestellung wahrzunehmen. Es kann einfach nicht eingeschätzt werden, wieviel Gäste zu den Backtagen kommen. Für uns als Verein ist es wichtig, die Erzeugnisse zu verkaufen und damit die Kosten des Museums zu finanzieren. Behalten wir Backwaren übrig, müssen diese verschenkt werden, wodurch sogar Unkosten entstehen können. Deshalb bitten wir hier um Verständnis!
Ganz vergeblich begibt sich aber niemand nach Jänickendorf, denn ein Besuch des Museums, natürlich mit Führung, ist dann immer möglich. Und diese Möglichkeit wurde auch am 29. März von mehr als 50 Besuchern dankbar wahrgenommen. Da die „Scheune“ nicht beheizbar und es entsprechend kalt in den Räumlichkeiten ist, wollen zahlreiche Besucher einen Besuch des Museums in der wärmeren Jahreszeit wiederholen – wir freuen uns darauf!
G. Bölke
und das „Backtage-Team“
(April 2024)
Folgende Berichte von der Museums-Scheune sind noch auf der alten Homepage. Erst nach und nach werden alle Inhalte auf die neue Webseite umziehen.
- Ein Fest der ganz besonderen Art (September 2025)
- Ein Besuch der Museums-Scheune überrascht mit zahlreichen neuen Ausstellungsstücken (Juli 2024)
- Hilfe und Unterstützung für die Museums-Scheune ungebrochen (November 2023)
- Das neue Backofenteam war wieder in Aktion (Juni 2022)
- Erstes Backen an der Museums-Scheune/Jänickendorf nach langer Corona-Pause großer Erfolg (April 2022)
- Vorrat an Backreisig durch fleißige Helfer (Dezember 2021)
- Erstes Backen nach fast 2 Jahren Pause war ein voller Erfolg (Oktober 2021)
- Gedenken an Lancasterbesatzung von 1944 (März 2021)
- Rückkehr nach 75 Jahren (August 2020)
- Wichtige Dokumente nach nunmehr 15 Jahren am richtigen Aufbewahrungsort (Juli 2019)
- Backofenfest zu Pfingsten war wieder ein voller Erfolg (Juni 2019)
- Einladung zum Kulturempfang der SPD – Landtagsfraktion Brandenburg 2019 (Mai 2019)
- Spenderin aus Goslar (Niedersachsen) „entdeckte“ die Museums-Scheune im Internet (Mai 2019)
- Brot, Kuchen und Butterstollen auch beim Weihnachtsbacken sehr gefragt (Dezember 218)
- Trotz Kälte und regnerischem Wetter zahlreiche Besucher am Backofen (Oktober 2018)
- Blogger Steven Hille zu Besuch in der Museums – Scheune /Jänickendorf (Juni 2018)
- „Die schönsten Nachbarschaftsaktionen“ und „Seniorentreffen mal an einem ganz anderen Ort“ (Januar 2018)
- Museums – Scheune Jänickendorf nicht nur in Nuthe-Urstromtal bekannt (2017)
